Springe zum Inhalt

Reise durch Nord-/Nordwestamerika – Teil 5

Wie erlebten, wie bereits erwähnt, eine überaus stürmische Nacht, die jedoch auch ihr Gutes hatte.

Ein herrlicher Morgen mit Sonnenschein entschädigte uns für alles. Der Blick über und den See entlang war einmalig. Ich hatte im Wohnmobil den besseren Platz, der bei meinem Mitreisenden Neid erweckte. Aber einmal festgelegt blieb es dabei. Wir standen wirklich auf dem schönsten Platz bisher.

Eine wunderschöne Fahrt: links immer See und auf unserer Seite Wald und dazwischen kleine Holzhäuser mit Verandas, die einfach an den "Westen" erinnerten. So kann ich mir Kanada vorstellen. Armin bestätigte das. Wir sind allerdings in Idaho.

dsc_1037

Wir kamen zu einem Trail und Armin meinte: "Packen wir es?"
Mit "Wir" bin natürlich ich gemeint. Selbstverständlich gehe ich mit - so weit ich komme.
Bei 2140 fts gingen wir los, immer bergan in langgezogenen Serpentinen.
Ein Zwillingsbaum mit einem abgesägten Zwilling (Siehe Galerie) lud zum sitzen ein. Armin meinte, auf dem Rückweg könnte ich mich ja hier noch einmal ausruhen. Leider war der Baumstumpf total mit Harz bedeckt. Ein sitzen unmöglich. Aber letztlich habe ich die Pause gar nicht benötigt.
An einer Abzweigung ging es zu einem Tunnel, wir nahmen sie und waren bald vor einer Höhle im Fels, die vermutlich von Gold- oder Mineraliensuchern, reingehauen wurde.

Wir waren auf 2570 fts und ich war zufrieden. dsc_1039Ich stieg alleine hinunter und Armin ging, nach etlichem Versichern, dass alles ok. ist, die Runde weiter. Für mich war es eine kleine Bestätigung und ich konnte auch den Leuten, die mir entgegen kamen wenigsten Hallo sagen.

Auf der Interstate 90 West ging es nach Coeur d' Alane, der Name kommt von einem alten Handelsplatz, an dem die Pelzhändler gerne übers Ohr gehauen oder von den Käufern betrogen wurden. Also man kann von "hartherzigen" Aufkäufern ausgehen.

In Coeur d'Alane, besorgten wir bei Ford einen Tankdeckel, den Armin beim tanken in Moscow liegen ließ. img_0309Mit einer Plastiktüte, von der wir tausend haben (weil es die bei jedem Einkauf gibt) und einem Gummiband von einer Verpackung, man hebt ja Gott sei Dank alles auf, retteten wir uns über die Runden, sprich über die äußerst stürmische Nacht (hoffentlich kommt kein Schneeeinfall) und die herrliche Fahrt an den Seen, die sich mit unterschiedlichen Namen alle nach Coeur d'Alane hinziehen.

In Coer d'Alane wurde getankt und dann leider zum letzten Mal Verpflegung eingekauft. Wir dürfen im Flugzeug ja keine Lebensmittel mitnehmen.

Jetzt kamen wir wieder in den Staat Washington mit einem bayerischen Himmel.

img_0307 img_0310 img_0312 img_0313

img_0316 img_0317 img_0321

An Spokane, der Partnerstadt von Coer d'Alane, vorbei, fahren wir weiter auf der West 2 nach Fairchild.

Leider konnten wir bei Holger kein Interesse wecken an einem Produkt  der Cannabis-Verkaufsstellen,  die es hier überall gibt.
Ebenso fielen uns die riesigen Spielcasinos am Straßenrand auf. Beides ist darauf zurückzuführen, dass wir im Indianerland sind, und die Indianer ihre Gesetze so freizügig gestalten dürfen.

Wir sind wieder im Staat Washington und sehen weites Land soweit das Auge reicht.

img_0352

img_0337

img_0333

img_0329

Auf ca. 800m Höhe, blicken wir auf langgezogene Erhebungen und fragen uns, wo sind die Ranches für diese weiten Felder. Weit und breit ist kein einziges Gehöft zu sehen.
In Davensport stehen riesige Silos, die zu dieser Weite passen. Komisch ist, dass Unmengen von Strohballen zu sehen sind, aber keine Rinder.

img_0335 img_0347

img_0343 img_0342

Jetzt änderte sich das Land, nicht die Weite, es gab kurze Sträucher, die sehr hart aussahen, schwarze Steine und auf einmal ein Bahngleis.

Eine Rest-Area (Toilette) kam gerade richtig. img_0354 img_0355 img_0353

In Wilbur bogen wir zum Grand-Coulee-Damm ab. Und ab diesem Moment verlief die Straße nur noch kerzengerade. Auf riesigen Feldern, beidseitig der Straße, die offensichtliche kürzlich erst frisch eingesät worden waren, zeigte sich schon frisches Grün.

img_0364

Auf einmal ging es von der "Hochfläche" hinab. Der Columbia-River war wieder da und schimmerte durch die Bäume. Und dann hatten wir das gesamte Panorama vor uns. Den Staudamm, den Fluss eingegraben in die Felswände, spektakulär!

img_0370

Elektric-City, was für ein Name! Diese Stadt entstand erst nach dem zweiten Weltkrieg. Man nutzte den Grand-Collee-Damm als Namensgeber, weil er 40 Millionen Menschen ringsum mit Strom versorgen konnte. Dafür mußten die Ureinwohner und die wenigen Rancher weichen.

Hier hatte uns Armin einen Platz herausgesucht, wieder direkt mit Flussblick.
Wir fuhren noch zum Staudamm, der seinerzeit als 8. Weltwunder angesehen wurde. Unglaublich imposant! Baubeginn 1931, Grundsteinlegung 1943. Während des Krieges ruhte der Bau, weil das Aluminium für den Flugzeugbau gebraucht wurde.

Wir konnten auf Grund von Fotos sehen, welches Land die Indianer und auch die Siedler verloren. Eine riesige Felswand verschwand fast voll in den Fluten, die Krone ist heute noch sichtbar. Alte Fotos beweisen dies und zeigen die gesamte Fläche, die nun Wasser ist.
Im Visitor-Informationscenter bekamen wir unglaublich viel Information: Welche Werkzeuge, Kabel, Bohrer, etc. zum Einsatz kamen. Die Zahl der Taucher, Ingenieure und Vermesser, deren Handwerkszeug, wieviel Eier, Kaffee, Speck, Brot etc. für die Verpflegung gebraucht wurde. Eine Mamutleistung war schon alleine, das alles hierhin zu schaffen! Jeder hat ja mitbekommen, durch welche "Weiten" wir gefahren sind.

img_1070

Nun ließen wir uns das Abendessen schmecken und genossen dabei den unvergleichlichen Ausblick.
Armin arbeitete danach für die Uni und ich hoffte: Vielleicht würden wir später noch eine Karten-Revanche spielen.

img_1082 img_1081Armin bekam seine Revanche - und nutzte sie, obwohl er mit einer Dame begann, während ich ein As liegen hatte.  Er gewann, war glücklich und ist es vermutlich heute noch.

Heute ist es vermutlich das letzte mal aus Washington, übermorgen fliegen wir und die Zeit ist voll getaktet.

Ein Gedanke zu „Reise durch Nord-/Nordwestamerika – Teil 5

  1. Armin Stein

    Ja, da bin ich auch heite noch glücklich! Auch, dass wir danach nicht noch einmal gespielt haben - wer weiß, wo das sonst geendet hätte 🙂 Tolle Berichte, Mutti, vielen Dank! So habe ich wirklich einen Grund, mir das immer mal wieder anzusehen!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.