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Jeder fragt mich, ob ich in den Urlaub fahre. Urlaub steht in Anführungszeichen. Urlaub ist "Freistellung von Arbeit unter Beibehaltung der Bezüge". Diese Definition habe ich irgendwann einmal gelesen. Sie gefällt mir, hilft mir aber nicht, wenn ich beschreiben möchte, was ich gerade mache. Diesen Zustand darf ich bekanntlich seit langem genießen. Was mach ich dann, wenn ich mich ins Büsle setze und soviel schöne Orte, wie möglich, besuche? Nennen wir es "Ferien". Ich denke, das trifft es am Besten.

Meine Reise in diesem Jahr geht zu unseren liebsten Freunden, Janja und Zvone in Slovenien. Mit den Beiden haben wir in den letzten ca. 30 Jahren unendlich viel schönes erlebt. Wir lieb(t)en sie. Und wir haben von Slovenien dank unserer Freunde so viel gesehen, dass wir auch in dieses kleine, aber unglaublich vielfältige Land verliebt sind.

Seit Monaten habe ich eine dicke Einladung für einen Besuch. So freue ich mich doppelt. Zuerst darauf, die Freunde wieder zu sehen, und dann darauf, wieder mit dem Campingbus zu reisen.

Mit Zvone habe ich vereinbart, dass ich am 14. Juni bei ihm eintreffe. Warum gerade am 14. Juni? Ganz einfach, da eröffnet die deutsche Nationalmannschaft die Europameisterschaft, und dieses Spiel will er mit mir zusammen ansehen. Hoffentlich gewinnen "wir".

Weil es eine Sünde wäre, auf direktem Weg durch die traumhaft schönen Landschaften zwischen Nürnberg und Ljubljana zu fahren, lasse ich mir 8 Tage Zeit für diese Fahrt. Vor allem das Gebirge lockt mich. Eigentlich wollte ich am Samstag, 8. Juni fahren. Am Freitag war aber bereits alles geregelt. Die Wohnung aufgeräumt, das Bett frisch bezogen, die angefallene Wäsche gewaschen und aufgeräumt, das Büsle reisefertig gemacht. Also leerte ich nach dem Frühstück den Kühlschrank in der Küche und füllte den im Büsle. Als Ziel gab ich dem Navi Ruhpolding ein, und die Weisung, auf Autobahnen zu verzichten. Ein wenig Sorge hatte ich nämlich, weil die Route direkt durch das Überschwemmungsgebiet geht, und Katastrophentourismus liegt mir fern. Durch einige Umleitungen konnte und mußte ich diese Gebiete aber ohnehin umfahren.

Zum Beginn der Reise besuchte ich Christiane in Leinburg und brachte ihr ein paar Blumen. Damit hole ich nach, was ich 58 Jahre lang (sträflich) vernachlässigt habe.

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Ich weiß nicht, wie lange wir uns gewünscht haben, dass sie die Fahrt vom Elztal (die Mallorca-Familie hat dort einen Standort) zum Rheinsee wagen. Zu gerne hätten wir gezeigt, wie schön wir es auf dem Hüttenberg haben.

Isabels Besuch bei Muma (Oma) und Opa über Pfingsten machte es möglich. Sie meldeten sich zu meiner großen Freude für zwei Tage zum Besuch an. Ich machte mich sofort daran, ein Hotel für den Besuch zu finden, was sich als gar nicht so leicht erwies. Die Zimmer direkt am See sind - für mich als leidenschaftlichen Camper - erschreckend teuer. Außerdem war es so gut wie unmöglich, für die Nacht von Pfingstsamstag auf Pfingstsonntag eine Übernachtung zu bekommen. Angeblich waren alle ausgebucht, als ich sie nach Zimmern für diese Nacht fragte. Ich wurde letztlich in Gottmadingen fündig. Vorweggenommen: Die Familie war mit Preis und Leistung sehr zufrieden.

Wir trafen uns an einem traumhaft schönen Pfingstsamstag am Rheinfall Schaffhausen, den sie unbedingt besuchen wollten. Fast ohne Begrüßung schwärmten die Drei von der Fahrt über den Schwarzwald. Sie war gar nicht so weit, wie immer befürchtet, und sie war wunderschön. Frühling im Schwarzwald, das hat sie echt begeistert.

Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Rhein war das herabstürzende Wasser zu hören, und aus der Ferne zu sehen.

Wir beratschlagten, wie wir vorgehen sollten. Gisella wollte unbedingt mit einem der Schiffe fahren. Es gab kaum eine spontane Zustimmung für den Vorschlag. Aber schließlich zeigte sich doch, wer die besseren Argumente hat. Wir lösten Karten für eines der Schiffe. Und das war wirklich gut so. Was für ein tolles Abenteuer.

Ich denke, die Filmchen sprechen für sich. Das war schon etwas ganz besonderes. Gut, Gisella, dass Du so hartnäckig warst.

Anschließend besuchten wir noch den Munot, das Wahrzeichen von Schaffhausen.

Das Bild habe ich aus Wikipedia
Von Roland zh - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10335830

Bevor wir aber in die Burg eintraten, forderte Gottfried erfolgreich eine Einkehr. Es war schon früher Nachmittag, und es hatte noch nichts zu essen gegeben. Wir stärkten uns mit einer Pizza und Pommes Frites, je nach Geschmack.

Auf dem Munot, oberhalb von Schaffhausen.

Wir fuhren über Gottmadingen, wo mein Besuch Quartier machte. Von dort aus besuchten wir Radolfzell, bummelten am Strand entlang und kehrten zu einem Kaffee ein. Schließlich genossen wir die Fahrt um die Halbinsel Höri herum nach Hüttenberg.

Für das Abendessen hatte ich ins "Paradiesle" eingeladen. Zu meiner großen Freude war mein Besuch echt begeistert von der traumhaften Aussicht, vom Hüttle und vom Wohnwagen. Schade, dass die Hausherrin das nicht mehr mit erleben konnte. Sonne und vor allem der Frühling mit viel Blüten und Grün hatten aber auch kräftig dazu beigetragen, dass man diesen guten Eindruck gewinnen konnte.

Im "Hüttle"

An Schiffe, Wasser und Meer in begeisternder Umgebung gewöhnt, wünschten sich meine Gäste aus Mallorca für den kommenden Tag eine Schiffsreise auf dem Bodensee. Ein wenig erstaunt war ich doch über diesen Wunsch. Aber: Der Gast ist König.

Wir vereinbarten eine Fahrt mit der Fähre von Konstanz nach Meersburg und einen Bummel durch dieses hübsche Städtchen.

Wir trennten uns nach unserer Rückkehr mit der Fähre in Konstanz. Die "Mallorquiner" fuhren Richtung Elztal, und ich zurück ins "Paradiesle".

Das waren für uns alle zwei wunderschöne Tage, an die wir uns sicher noch lange erinnern werden.

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Dieses Bild wurde am Tag von Christianes Beerdigung gefertigt. Damals stellte ich mir noch die bange Frage, ob ich in der Lage sein werde, mein Leben ohne sie, allein zu verbringen. Ich glaube, das Bild zeigt überdeutlich, dass meine Sorge völlig unbegründet war.

Ein halbes Jahr später verbringe ich von Mitte Dezember 2023 bis Ende Februar 2024 wunderschöne Tage bei meiner "Mallorca-Familie".

Dass mich Armin besucht hat, habe ich zusammen mit unseren gemeinsam erlebten Abenteuern in meinem ersten Beitrag ausführlich beschrieben.

Anfang Februar kamen Elisabeth und Michael. Sie teilten zwei Wochen auf in Home-Office und Urlaub. Die Beiden sind sehr unternehmungslustig. Wo ich mit konnte, haben sie mich mit genommen.

Auf unserer ersten gemeinsamen Wanderung, zusammen mit einem Schweizer Geocacher, den wir beim Loggen eines auch von uns gesuchten Geocaches getroffen haben.

Ja, und dann kam es zu einem Zusammentreffen von vier Generationen auf Mallorca: Uropa, Omi, Mama, Urenkel, Tante und Onkel eingeschlossen. Allein? - Kein bisschen.

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Wenn ich in Deutschland erzähle, dass ich die Wintermonate zum größten Teil auf Mallorca verbringe, spüre ich oft ein wenig Neid bei meinen Gesprächspartnern. Für dieses Gefühl habe ich viel Verständnis. Wer liebt schon die trüben, regnerischen Wintertage, die wir jetzt immer häufiger erleben.
Die wichtigste Frage ist stets: "Wie sind auf Mallorca die Temperaturen im Winter?"
Ich pflege zu antworten, es sind Frühlingstemperaturen. 15° +-. Manchmal hat man Glück, und es ist mehrere Tage bis zu 20° warm, und manchmal sinken die Temperaturen am Tag auf 10°. In den Nächten können sie sich auch dem Gefrierpunkt nähern. Gelegentlich regnet es, und manchmal überquert ein heftiger Sturm die Insel.

Folgen eines Sturms am Strand von Port Pollenca am 21. Januar 2020

Wenn man von Port Pollenca nach Pollenca fährt, kann man an manchen Tagen den höchsten Berg Mallorcas, den Puig Major und teilweise die vorgelagerten Gipfel schneebedeckt sehen. Die Straßen, die in seine Gegend führen, sind dann nicht befahrbar.

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Im Winter haben wir uns in Mallorca verliebt. Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Bei dem war es ziemlich heiß, in den Sommern der 70'er Jahren des letzten Jahrhunderts, in denen wir mit unseren Kindern Urlaub an Meer und Strand machten. Sobald die Kinder größer wurden, sind wir in Deutschland und im benachbarten Ausland (Elsass, Vogesen) gewandert. Die Berge wurden immer höher, bis wir begannen, das echte Gebirge zu erobern.

Wir haben das Gebirge geliebt. Die Alpen von Nord nach Süd und von Ost nach West. Unser Leben war viele Jahre davon sehr geprägt. Jeden Urlaubstag und jedes freie Wochenende verbrachten wir mit Bergwanderungen. In der Zeit haben wir Mallorca und unsere verwandtschaftlichen Beziehungen auf Mallorca sträflich vernachlässigt.

Eine Ausnahme gab es jedoch. Hin und wieder verbrachten wir in den 90'iger und den frühen 20'iger Jahren doch nach Weihnachten zwei Wochen auf der Insel. Zum Wandern. Damals noch ziemlich weglos, und ziemlich einsam. Aber wir waren begeistert von den teilweise alpinen Wegen mit den herrlichen Tiefblicken aufs Meer. Und es verschaffte uns die Möglichkeit im Winter unter optimalen Bedingungen zu wandern, was daheim wetterbedingt nur ziemlich schwer möglich war.

Mit zunehmendem Alter und nachlassenden Kräften verlegten wir unsere Aktivitäten vom Bergwandern auf das Reisen mit unserem "Büsle".
Schließlich entdeckten wir, dass ein Aufenthalt auf Mallorca während den feuchtkalten Wintertagen in Deutschland für Christiane sehr gut war. Wir begannen, unseren gelegentlichen Aufenthalt von Weihnachten bis Ende Februar zu verlängern. Von Jahr zu Jahr wuchs unsere Zuneigung zur Insel. Für Christianes Rheuma war das Klima optimal. Sie hatte deutlich weniger Schmerzen. Und für mich war es das Geocaching das mir die Schönheit der Insel näher brachte. Durch dieses Hobby haben wir wunderschöne Stellen auf der Insel gefunden. In den letzten Jahren haben wir den Jahreswechsel und die ersten zwei Monate im jeweils neuen Jahr auf Mallorca verbracht. Und jetzt bin ich in Mallorca verliebt.

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