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Anfang Juli begann es. Ganz leise rührte sich in mir die Frage: Wie wird wohl der erste Geburtstag von Christl - ohne Christl? Ich kam zu keinem Ergebnis und schob die Überlegungen hinaus. Noch ist ja Zeit.
Es gelang mir nicht besonders gut, diese Frage auf die lange Bank zu schieben. Grundsätzlich haben wir unseren Geburtstagen keine besonders große Bedeutung beigemessen. Daran gedacht haben wir aber immer, und ein wenig gefeiert haben wir auch. Mehr natürlich bei runden und halbrunden Geburtstagen. Höhepunkt war unsere "75'er Feier" auf Mallorca.

Also, was machen? Ich entschloss mich, den Tag ganz unauffällig zu begehen, besorgte schöne Blumen und eine Kerze und plante für den Morgen einen Besuch auf dem Friedhof ein.

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Mit Janja und Zvone 2008 am Wildkirchli im Alpsteingebiet, Schweiz
Mit Nastja 1997 bei Meran in Südtirol

Seit wir Männer uns 1992 beruflich kennen gelernt haben, trafen wir uns zusammen mit unseren Frauen, und ganz früher auch mit Nastja, fast jährlich zu gemeinsamen Unternehmungen in Slovenien, Deutschland, Frankreich, Schweiz, Spanien. In dieser Zeit ist eine wunderbare Freundschaft entstanden, die für Christiane und mich zunehmend sehr bedeutsam wurde, und die unser Leben nachhaltig geprägt hat.

Inzwischen dürfen wir uns als Teil der über ganz Slovenien verteilten Familie und als Freunde unserer Freunde fühlen. Gleichzeitig sind "die Slovenen" Teil unserer Familie geworden.

Zum ersten Mal habe ich unsere langjährigen Freunde in Slovenien allein besucht. Was (Gast-)Freundschaft in Slovenien bedeutet, haben wir in den 30 Jahren im Überfluss erfahren dürfen. Sieben Tage durfte ich bei meiner Reise Gast sein. Auch eine Woche danach bin ich noch erfüllt von eindrucksvollen Erinnerungen. Das war Balsam für meine Seele.

Ich wusste, dass Christiane bei unseren Freunden beliebt war. Das Maß an Wertschätzung für sie, das ich jetzt spüren durfte, hat mich fast erschlagen.

Hvala, dragi prijatelji.

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Und so geht es weiter:

Zuletzt war ich in Reit im Winkl. Ich war nicht begeistert davon. Vom Ort nicht und vom Wetter auch nicht. Also, nichts wie ab in den Süden, dachte ich mir. Ich überquerte - als leidenschaftlicher Europäer registgriere ich das immer noch - völlig unbemerkt und unkontrolliert die Grenze nach Österreich, so wie später die nach Italien und die nach Slovenien. Hoffentlich machen uns das die schlauen "Nationalstaatler", die bei der Europawahl so erfolgreich geworden sind, nicht kaputt.

Eine Abzweigung habe ich in der verregneten, trotzdem schönen Landschaft verschlafen. Eigentlich wollte ich weiter nach Süden, fand mich aber unversehens in Ost-West-RIchtung nördlich vom Wilden Kaiser, am Walchsee wieder. Nicht dass ich ihn benötigt hätte, aber vielleicht hat mich der Bergdoktor angezogen. Insider wissen, dass Christl und ich leidenschaftliche Bergdoktor-Gugger geworden waren. Auf jeden Fall sah ich auf dieser Strecke die Folgen der kräftigen Gewitter, die an mir in Ruhpolding gnädigerweise vorbei gegangen waren. Die Straßen waren noch voll von grünen Blättern. Durchfahrende Autos hatten vier Spuren geschaffen, dazwischen war alles grün. Anwohner waren dabei, die Gehwege von den Blättern zu befreien.

Ich wendete schließlich doch wieder nach Süden. Viel zu zeigen gibt es nicht von dieser Fahrt. Es regnete unentwegt. Als ich in Mittersill den Pinzgau erreichte, fiel mir ein, dass ich in Wald im Pinzgau vor vielen Jahren mit Christl auf dem Campingplatz übernachtet und im Camping-Restaurant sehr gut gegessen hatten. Kurz entschlossen fuhr ich dort hin.

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Jeder fragt mich, ob ich in den Urlaub fahre. Urlaub steht in Anführungszeichen. Urlaub ist "Freistellung von Arbeit unter Beibehaltung der Bezüge". Diese Definition habe ich irgendwann einmal gelesen. Sie gefällt mir, hilft mir aber nicht, wenn ich beschreiben möchte, was ich gerade mache. Diesen Zustand darf ich bekanntlich seit langem genießen. Was mach ich dann, wenn ich mich ins Büsle setze und soviel schöne Orte, wie möglich, besuche? Nennen wir es "Ferien". Ich denke, das trifft es am Besten.

Meine Reise in diesem Jahr geht zu unseren liebsten Freunden, Janja und Zvone in Slovenien. Mit den Beiden haben wir in den letzten ca. 30 Jahren unendlich viel schönes erlebt. Wir lieb(t)en sie. Und wir haben von Slovenien dank unserer Freunde so viel gesehen, dass wir auch in dieses kleine, aber unglaublich vielfältige Land verliebt sind.

Seit Monaten habe ich eine dicke Einladung für einen Besuch. So freue ich mich doppelt. Zuerst darauf, die Freunde wieder zu sehen, und dann darauf, wieder mit dem Campingbus zu reisen.

Mit Zvone habe ich vereinbart, dass ich am 14. Juni bei ihm eintreffe. Warum gerade am 14. Juni? Ganz einfach, da eröffnet die deutsche Nationalmannschaft die Europameisterschaft, und dieses Spiel will er mit mir zusammen ansehen. Hoffentlich gewinnen "wir".

Weil es eine Sünde wäre, auf direktem Weg durch die traumhaft schönen Landschaften zwischen Nürnberg und Ljubljana zu fahren, lasse ich mir 8 Tage Zeit für diese Fahrt. Vor allem das Gebirge lockt mich. Eigentlich wollte ich am Samstag, 8. Juni fahren. Am Freitag war aber bereits alles geregelt. Die Wohnung aufgeräumt, das Bett frisch bezogen, die angefallene Wäsche gewaschen und aufgeräumt, das Büsle reisefertig gemacht. Also leerte ich nach dem Frühstück den Kühlschrank in der Küche und füllte den im Büsle. Als Ziel gab ich dem Navi Ruhpolding ein, und die Weisung, auf Autobahnen zu verzichten. Ein wenig Sorge hatte ich nämlich, weil die Route direkt durch das Überschwemmungsgebiet geht, und Katastrophentourismus liegt mir fern. Durch einige Umleitungen konnte und mußte ich diese Gebiete aber ohnehin umfahren.

Zum Beginn der Reise besuchte ich Christiane in Leinburg und brachte ihr ein paar Blumen. Damit hole ich nach, was ich 58 Jahre lang (sträflich) vernachlässigt habe.

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Ich weiß nicht, wie lange wir uns gewünscht haben, dass sie die Fahrt vom Elztal (die Mallorca-Familie hat dort einen Standort) zum Rheinsee wagen. Zu gerne hätten wir gezeigt, wie schön wir es auf dem Hüttenberg haben.

Isabels Besuch bei Muma (Oma) und Opa über Pfingsten machte es möglich. Sie meldeten sich zu meiner großen Freude für zwei Tage zum Besuch an. Ich machte mich sofort daran, ein Hotel für den Besuch zu finden, was sich als gar nicht so leicht erwies. Die Zimmer direkt am See sind - für mich als leidenschaftlichen Camper - erschreckend teuer. Außerdem war es so gut wie unmöglich, für die Nacht von Pfingstsamstag auf Pfingstsonntag eine Übernachtung zu bekommen. Angeblich waren alle ausgebucht, als ich sie nach Zimmern für diese Nacht fragte. Ich wurde letztlich in Gottmadingen fündig. Vorweggenommen: Die Familie war mit Preis und Leistung sehr zufrieden.

Wir trafen uns an einem traumhaft schönen Pfingstsamstag am Rheinfall Schaffhausen, den sie unbedingt besuchen wollten. Fast ohne Begrüßung schwärmten die Drei von der Fahrt über den Schwarzwald. Sie war gar nicht so weit, wie immer befürchtet, und sie war wunderschön. Frühling im Schwarzwald, das hat sie echt begeistert.

Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Rhein war das herabstürzende Wasser zu hören, und aus der Ferne zu sehen.

Wir beratschlagten, wie wir vorgehen sollten. Gisella wollte unbedingt mit einem der Schiffe fahren. Es gab kaum eine spontane Zustimmung für den Vorschlag. Aber schließlich zeigte sich doch, wer die besseren Argumente hat. Wir lösten Karten für eines der Schiffe. Und das war wirklich gut so. Was für ein tolles Abenteuer.

Ich denke, die Filmchen sprechen für sich. Das war schon etwas ganz besonderes. Gut, Gisella, dass Du so hartnäckig warst.

Anschließend besuchten wir noch den Munot, das Wahrzeichen von Schaffhausen.

Das Bild habe ich aus Wikipedia
Von Roland zh - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10335830

Bevor wir aber in die Burg eintraten, forderte Gottfried erfolgreich eine Einkehr. Es war schon früher Nachmittag, und es hatte noch nichts zu essen gegeben. Wir stärkten uns mit einer Pizza und Pommes Frites, je nach Geschmack.

Auf dem Munot, oberhalb von Schaffhausen.

Wir fuhren über Gottmadingen, wo mein Besuch Quartier machte. Von dort aus besuchten wir Radolfzell, bummelten am Strand entlang und kehrten zu einem Kaffee ein. Schließlich genossen wir die Fahrt um die Halbinsel Höri herum nach Hüttenberg.

Für das Abendessen hatte ich ins "Paradiesle" eingeladen. Zu meiner großen Freude war mein Besuch echt begeistert von der traumhaften Aussicht, vom Hüttle und vom Wohnwagen. Schade, dass die Hausherrin das nicht mehr mit erleben konnte. Sonne und vor allem der Frühling mit viel Blüten und Grün hatten aber auch kräftig dazu beigetragen, dass man diesen guten Eindruck gewinnen konnte.

Im "Hüttle"

An Schiffe, Wasser und Meer in begeisternder Umgebung gewöhnt, wünschten sich meine Gäste aus Mallorca für den kommenden Tag eine Schiffsreise auf dem Bodensee. Ein wenig erstaunt war ich doch über diesen Wunsch. Aber: Der Gast ist König.

Wir vereinbarten eine Fahrt mit der Fähre von Konstanz nach Meersburg und einen Bummel durch dieses hübsche Städtchen.

Wir trennten uns nach unserer Rückkehr mit der Fähre in Konstanz. Die "Mallorquiner" fuhren Richtung Elztal, und ich zurück ins "Paradiesle".

Das waren für uns alle zwei wunderschöne Tage, an die wir uns sicher noch lange erinnern werden.